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Keine Ahnung, wie es dir kurz vor Jahresende mit deiner Freizeit geht. Ich jedenfalls weiss ziemlich genau, wie ich meine freien Stunden in dieser Zeit füllen möchte. Auch für die vergangene Woche hatte ich detaillierte Pläne. Doch einmal mehr kam alles anders, als geplant.

Am Dienstagnachmittag blieb ich noch in der Schule, um einige Dinge vorzubereiten. Da es bei einem Elterngespräch Terminkonflikte gab, wurde ich kurzfristig angefragt, ob ich die Klasse meiner Kollegin während einer halben Stunde unterrichten könne. Weil ich ausreichend Zeit hatte, sagte ich zu und befand mich kurze Zeit später am Unterrichten. Alles verlief reibungslos und ich befand mich schon bald wieder an meinem ruhigen Arbeitsplatz. Doch die Ruhe hielt nicht lange.

Kaum hatte ich die Arbeit wieder aufgenommen, stand die Schulleiterin neben mir und fragte mich, ob ich am Freitag noch eine weitere Stellvertretung übernehmen könne. Ich nahm mir kurz Zeit, darüber nachzudenken, passte meine Pläne an und sagte dann zu. Dabei war ich überzeugt, dass mein Entscheid richtig war.

Meine Zuversicht hielt jedoch nicht sehr lange an. Nach elf Stunden Arbeit erklärte mir am Donnerstagabend eine Lehrperson, was ich bei der Klasse am Freitag unterrichten solle. Ich fühlte mich todmüde und sehnte mich nach einer richtig langen Nacht. Wie froh wäre ich in diesem Moment gewesen, wenn ich am Freitag hätte zu Hause bleiben und fürs Studium arbeiten können. Doch dazu war es zu spät.

Nachdem ich über alles Wichtige aufgeklärt worden war, sagte mir die Lehrperson, dass es mich nur für zwei Stunden brauche. Eine gute oder eine schlechte Nachricht? Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich mich darüber freuen sollte, dass es nur zwei Stunden waren oder ob ich mich ärgern sollte, dafür früh aufzustehen und extra an meinen Arbeitsort zu fahren. Unschlüssig, was ich mit dieser Information anfangen sollte, packte ich meine Sachen und ging nach Hause.

Dort angekommen, hatte ich das Gefühl, ich solle noch ein Buch für mein Praxisprojekt lesen. Während der Lektüre, stellte ich fest, dass ich bis am Montag unbedingt noch Dinge aus der Schule brauchte und deshalb sowieso noch einmal an den Arbeitsort fahren musste. Ich entschied mich deshalb, bereits früh in die Schule zu gehen und die Lektionen, die ich nicht unterrichtete für das Studium einzusetzen. Als es um 11.45 Uhr läutete, schloss ich die Tür des Schulzimmers. Alles, was fürs Studium erledigt werden musste, war fertig. Viele Pendenzen, die ich für die nächste Woche eingeplant hatte, waren erledigt. Und dabei wurde ich noch für zwei Stunden bezahlt, die ich ohne Vor- und Nachbereitungen unterrichten durfte. Zu Hause angekommen konnte ich dann einen freien Nachmittag geniessen, weil alles erledigt war.

Bei Gottes Zeitplänen passt alles perfekt zusammen. Er sieht, was alles auf uns zukommt und weiss, wie die einzelnen Elemente aufeinander abgestimmt werden müssen. Wenn wir den sanften Impulsen folgen und uns auf seine Vorschläge einlassen, werden wir erkennen, wie viel in kurzer Zeit möglich ist. Richten wir uns nach seinem Zeitplan, können wir die ganze Arbeit stressfrei erledigen und es bleibt immer noch ausreichend Freizeit, um uns zu erholen.

Sara Denzler arbeitet als Primarlehrerin und schulische Heilpädagogin. Ihr Herz brennt dafür, Kinder zu ermutigen, zu fördern und in ihren Begabungen freizusetzen. Anfang 2015 erschien ihr erstes Kinderbuch „Das Geheimnis von Amo“.