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Das Objekt, in dem Lukas und ich unsere Garage haben, ist an vier verschiedene Parteien vermietet. Ein Teil ist eine Wohnung, einer ist ein Laden, einer ein vermieteter Hobby- und Abstellraum und der vierte ist der, in dem unsere Schraubereien stattfinden. Das Gebäude wurde in den späten 70er-Jahren jedoch als Garagenkomplex konstruiert: Eine Wohnung (für den Garageninhaber) und ein Showroom mit Glasfront oben an der Hauptstrasse, und die Werkstatt darunter. Das Gebäude wurde in einen Hang hineingebaut, sodass man um das Haus herumfahren muss, um zu dessen Rückseite und damit zur Werkstatt zu gelangen.

Da deshalb "unsere" Räumlichkeiten, also der Teil, den wir mieten, abgewandt von der Hauptstrasse und damit versteckt liegt, sagen uns Kunden oft: "Eure Garage ist aber schwer zu finden."

Uns war schon bewusst: Wir wären viel leichter zu finden, wenn oben an der Hautstrasse ein paar Wagen stehen würden, wie man es sich von einer Autogarage gewohnt ist. Und tatsächlich wäre der "Showroom" und die darum liegenden Parkplätze, die zum dort eingemieteten Laden gehörten, auch zum Mieten frei: Der Ladenbesitzer wollte den Laden ohnehin auflösen, hatte jedoch noch einen Vertrag, der bis im Herbst 2017 laufen würde.

Dies wussten wir, weil er uns bereits Anfang 2016 anfragte, ob wir seine Nachmieter sein wollen. Da der Mietpreis jedoch unsere Finanzkraft weit überstiegen hätte, mussten wir absagen. Schliesslich begannen wir zu beten. Wir segneten das Ladengeschäft und den Besitzer, den Vermieter, den allfälligen Nachmieter und auch die Räumlichkeiten selbst. Und wir beteten, dass wir irgendwann selbst die Möglichkeit und die Finanzen haben werden, den Showroom zu mieten und ihn wieder für das einzusetzen, wofür er ursprünglich gedacht war: Um Autos hineinzustellen.

Im Januar 2017 stand dann plötzlich der Ladenbesitzer in unserer Garage. Er wollte mit uns etwas besprechen. Nach kurzem Smalltalk eröffnete er uns schliesslich: "Ich habe mir etwas überlegt. Ich möchte den Laden für die Frühlings- und Sommersaison nicht mehr extra einrichten und dekorieren. Und ich weiss, dass ihr gerne eure Autos dort hinstellen würdet. Ich möchte euch deshalb einen Vorschlag machen: Ihr dürft den Laden und alle Parkplätze bis im Herbst haben – für einen Viertel des Mietpreises. Den Rest bezahle ich."

Wir konnten zuerst kaum ein Wort sagen – was war gerade passiert? Uns wurde schnell klar: Jesus stand dabei, als wir proklamierend vor dem Showroom standen. Und er fand es eine gute Idee, den Showroom wieder mit Autos zu füllen.

Was werden wohl unsere Kunden dazu sagen? :)

Manuel Blattner ist Mitgründer und Geschäftsleiter eines kleinen Betriebes, in dem Fahrzeuge repariert und Möbel aus Autoteilen designt werden. Er ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau in einem kleinen Dorf am Rande der Stadt Aarau. Er brennt dafür dass Leute in seinem Betrieb Gott kennenlernen.