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Es war ein wunderbarer Tag: Es regnete dicke grosse Tropfen auf unseren Platz vor der Garage. Die Wassermassen kamen aus den grauen dicken Wolken über uns, die sich bis zum Horizont erstreckten und ich stand am Tor und schaute durch die vielen Fenster, wie der Regen auf den Asphalt prasselte.

Meine Beobachtungen waren ein Akt der seelischen Vorbereitung auf das, was mir bevorstand: Ich durfte hinaus in die Nässe, um einem grossen Lieferbus von allen Seiten zu reinigen. Von oben (na gut, von oben nicht, denn dort wusch bereits der Regen) von vorne, von hinten, von beiden Seiten und vor allem: Von unten. Dieser Bus musste nämlich fertig gemacht werden für die Motorfahrzeugkontrolle.

Nach getaner Arbeit (die nur noch ein paar wenige andere Dinge beinhaltete, da das Fahrzeug in sehr gutem Zustand war) fuhr ich schliesslich Richtung Motorfahrzeugkontrolle.

Auf halber Strecke begrüsste mich plötzlich eine gelbe Lampe im Armaturenbrett – die ESP-Lampe, die darüber informiert, dass etwas mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm am Auto nicht richtig funktioniert.

Ich muss zugeben, die Lampe hat mich nicht sehr beeindruckt. Denn um etwas dagegen unternehmen zu können, war es ohnehin zu spät; schliesslich hatte ich einen Termin. Ich überlegte mir schon eine Erklärung für den Experten, die mich nicht so dämlich dastehen lassen würde, wenn er bei der Prüfung ins Auto stiege und ihn das gelbe Lämpchen anlachte und er mich anschliessend mit zusammengekniffenen Augen anstarrte, als wäre ich absichtlich so vorgefahren.

Moment. Einen Joker hatte ich noch. Schliesslich habe ich noch einen Beifahrer. Ich fuhr also rechts raus und stellte den Bus ab. „Jesus, du siehst die ESP-Lampe. Sie leuchtet. Sie sollte jedoch nicht leuchten. Kannst du sie für mich „entleuchten“?“

Ich startete wieder, um die restliche Strecke noch hinter mich zu bringen und pünktlich zum Termin auf der Prüfbahn zukommen. Kaum gestartet leuchtet die Lampe erneut.

Innerlich dachte ich „Jesus, du kannst natürlich auch den Experten mit Blindheit schlagen.“

Schliesslich fuhr ich auf die Prüfbahn, mit acht verschiedenen Erklärungs-Ideen und wartete auf den Wink des Experten, dass ich nun an der Reihe war. Schon nach ein paar Augenblicken war es soweit und ich rollte zum Eingang der Prüfhalle.

Ich öffnete die Seitenscheibe, gab dem Experten die Hand zur Begrüssung und die Lampe war erloschen.

Jesus ist definitiv noch ein Streifen cooler als ich. Das dachte ich, während ich zum Beifahrersitz hinüber zwinkerte.

Die Prüfung war erfolgreich, alles hat funktioniert und nichts (ausser dem was sollte), hatte geleuchtet. Wieder zurück in der Garage konnten wir den Fehler, der sich in einem kleinen Schalter befand, beheben und das Fahrzeug am Abend dem zufriedenen Kunden übergeben.

Manuel Blattner ist Mitgründer und Geschäftsleiter eines kleinen Betriebes, in dem Fahrzeuge repariert und Möbel aus Autoteilen designt werden. Er ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau in einem kleinen Dorf am Rande der Stadt Aarau. Er brennt dafür dass Leute in seinem Betrieb Gott kennenlernen.