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Wenn ich höre, was über Steuern gesagt wird komme ich zum Schluss, dass Steuern etwas ganz Schlimmes sind. Und wenn man sie dann auch noch selber bezahlen muss, dann ist das wirklich eine Tragödie. Aber auch wenn man den Sarkasmus beiseite lässt: Ich kann mich nicht erinnern, jemanden positiv über Steuern sprechen gehört zu haben.

In der Slowakei ist mir diese negative Haltung gegenüber den Steuern erstmals aufgefallen. Viele Menschen in der Slowakei sind der Meinung, dass das Geld verloren ist, wenn man Steuern zahlt. Aus diesem Grund versuchen dann auch viele Leute Steuern zu umgehen und zu vermeiden. Auch illegale Handlungen mit diesem Zweck sind weit verbreitet. Beim Bau unseres Hauses wurden wir zum Beispiel mehrfach gefragt, ob wir einen Teil der Rechnungen in bar begleichen möchten – dies hätte unsere Baukosten um mehrere 1’000€ gesenkt. In der Schweiz scheint die Situation nicht ganz so schlimm zu sein, aber auch hier zu Lande sind viele Leute unzufrieden über die Steuern. Bei dieser grossen Abneigung sollte es nicht weiter verwunderlich sein, dass sogar Paulus über diese Thema schreibt.

Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Diener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind. Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem der Zoll; die Furcht, dem die Furcht; die Ehre, dem die Ehre gebührt! Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Römer 13.6-8

Die Klarheit und der Inhalt des Textes sind gleichermassen verblüffend. Insbesondere im geschichtlichen Kontext. Denn die Steuern wurden von Rom, einer Besetzungsmacht erhoben. Aber Paulus gibt auch gleich den guten Grund wieso wir Steuern bezahlen sollen: Wir sollen unseren Nächsten lieben. Und die Staatsangestellten und Politiker lieben wir unter anderem dadurch, dass wir Steuern bezahlen.

Welche Gefühle werden bei Ihnen durch die Steuerrechnungen, Zollabgaben und MwSt. ausgelöst? Denken Sie bei der nächsten Steuerrechnung nicht primär an den Unterhalt des Staatshaushaltes oder den „Verlust“ den Sie erleiden. Denken Sie daran, dass Steuern ihnen helfen Nächstenliebe zu demonstrieren. Und sollten sie noch nicht so weit sein: Bitten Sie Gott, dass Ihre Nächstenliebe zunimmt. Das Schöne dabei ist, dass Sie spätestens in einem Jahr die Möglichkeit haben die Veränderung in diesem Bereich zu beobachten.

Simon Kloter ist seit 2005 verheiratet und hat vier Kinder. Er ist Dipl. Wirtschaftsingenieur FH und Dipl. NPO-Ökonom (Klett Akademie) und arbeitet aktuell als Projektleiter in einem kleinen, international tätigen KMU. Wenn die Zeit es zulässt fährt Simon mit seinem Bike – vorzugsweise abwärts.